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Von MiniDV zu 6K: Meine Reise als Hochzeitsvideograf seit 2005

  • Autorenbild: gregholt
    gregholt
  • 22. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Als ich im Jahr 2005 meine erste Hochzeit filmte, hätte ich nie gedacht, wie weit sich sowohl die Technik als auch das Storytelling entwickeln würden. Ich war einfach ein junger Filmemacher mit einer Leidenschaft dafür, die größten Momente im Leben der Menschen festzuhalten – und in meinen Händen hielt ich eine kleine, aber mächtige Sony HVR-A1E.


Diese kleine HDV-Kamera arbeitete mit MiniDV-Kassetten, hatte einen einzelnen 1/3"-CMOS-Sensor und nahm in 1080i auf – was damals absolut kinoreif wirkte. Der Schnitt bedeutete, stundenlanges Filmmaterial in Echtzeit zu digitalisieren – also jede Sekunde beim Import mitzusehen. Dazu kamen lange Nächte am Schneidetisch, Farbkorrekturen auf meiner ersten echten „Power-Maschine“, dem legendären Apple PowerMac G5, und anschließend das Authoring von DVDs (komplett mit Menüs und Labels).


Kein Wunder also, dass ich damals eine Art Hass-Liebe zum Hochzeitsfilmen entwickelte.Ich liebte das Geschichtenerzählen – die Emotionen, die Herausforderung, das Glück, wenn man einem Paar den fertigen Film überreicht. Aber ich hasste den technischen Aufwand. Die Technik machte alles unglaublich mühsam und zeitintensiv.


Die DSLR-Revolution


Anfang der 2010er Jahre änderte sich alles. Die DSLR-Revolution begann – und wie viele andere Videografen wechselte auch ich zur legendären Canon 5D Mark III.


Plötzlich eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten: geringe Tiefenschärfe, großartige Low-Light-Leistung und ein filmischer Look, der bis dahin unerreichbar war. Hochzeiten konnten jetzt wie Kinofilme aussehen, nicht nur wie Videos. Ich begann, stärker mit natürlichem Licht zu arbeiten, bewusstere Kamerabewegungen einzusetzen und die Emotionen stärker in den Vordergrund zu stellen.


Diese Zeit entfachte meine Leidenschaft für Hochzeitsfilme neu. Die Technik fühlte sich endlich wieder kreativ statt kompliziert an. Ich konnte mich wieder auf die Atmosphäre und das Gefühl konzentrieren – und nicht auf Kabel, Capture-Zeiten und Render-Probleme.


Der Schritt in die professionelle Videowelt


Mit der steigenden Nachfrage und wachsenden Erwartungen stieg ich auf die Sony FX7 um – eine echte Arbeitstier-Kamera für lange Eventtage. Sie bot längere Aufnahmezeiten, eine bessere Ergonomie und vor allem absolute Zuverlässigkeit.


In dieser Phase entwickelte ich auch meinen professionellen Workflow – mit mehreren Kameras, Dual-Audio-Setups und einem klareren Fokus auf Erzählstrukturen. Hochzeiten waren für mich nicht mehr nur Ereignisse zum Dokumentieren, sondern Geschichten, die erzählt werden müssen.


Die Blackmagic-Ära


Heute filme ich mit der Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K Pro – ein echtes Kraftpaket im kompakten Gehäuse.Mit ihrem Super-35-Sensor, 13 Blendenstufen Dynamikumfang, integrierten ND-Filtern und der Möglichkeit, in BRAW aufzuzeichnen, ist sie wie geschaffen für cineastisches Storytelling.


Das Beeindruckendste ist jedoch, wie sich der komplette Workflow verändert hat. Was früher Wochen dauerte – Digitalisieren, Synchronisieren, Exportieren, Brennen – lässt sich heute in wenigen Tagen erledigen. Datenübertragungen sind schneller, Schnittprogramme intelligenter, Farbkorrektur-Tools intuitiver.


Zum ersten Mal seit Jahren macht der gesamte Prozess wieder richtig Spaß. Ich kann mich endlich vollständig auf das konzentrieren, was wirklich zählt: Bildkomposition, Timing, Musik und Emotion – ohne durch technische Einschränkungen ausgebremst zu werden.


Im Laufe der Jahre hatte ich das Privileg, Hochzeiten in ganz Großbritannien zu filmen – von Lancashire, Yorkshire und Cheshire über Manchester, Greater London bis hin nach Schottland – und nun auch hier in Deutschland, wo ich meine kreative Reise fortsetze.Jeder Ort hat seinen eigenen Charme, seine eigene Geschichte und Energie. Ich liebe es, die Einzigartigkeit jeder Feier und jedes Paares einzufangen.


Für die Zukunft wünsche ich mir, mehr Hochzeiten im Ausland zu filmen – neue Kulturen, Landschaften und Traditionen kennenzulernen und ihnen durch meine Kamera einen filmischen Ausdruck zu verleihen.


Was als Nächstes kommt


Fast zwanzig Jahre später spüre ich immer noch dieselbe Aufregung, wenn ich auf „Record“ drücke. Die Technik hat sich weiterentwickelt, doch das Ziel ist gleich geblieben:echte Geschichten von echten Menschen zu erzählen – auf die schönstmögliche Weise.


Ob kleine Dorfhochzeit oder große Destination Wedding – mein Ansatz bleibt derselbe: cinematische Bilder, natürliche Emotionen und echte Verbindung.

Von MiniDV-Bändern zu 6K-RAW – diese Reise hat mir gezeigt: Nicht die Kamera erschafft die Magie, sondern der Mensch dahinter.


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